Omuro Sakura – Kyotos letzte große Kirschblütenschau Ende April

Trotz trübem Wetter vor leuchtenden Blüten mit Tomoko und Takehito

Als wir schon dachten, wir seien mit Hanami „durch“, nahm uns ein sehr nettes Ehepaar, Tomoko und Takehito S., das wir zu Neujahr beim Bogenschießen im  hiesigen Tenshingu-Schrein kennengelernt hatten, mit zu einem berühmten, im Nordwesten Kyotos gelegenen Tempelkomplex der buddhistischen Shingon Schule, zum Ninnaji-Tempel.

Omuro-Sakura-Pracht vor der 5-stöckigen Pagode des Ninnaji-Tempels

Obwohl die Tempelgründung bereits im  9. Jh. erfolgte, stammen die derzeitigen Gebäude, darunter eine 5-stöckige Pagode, vorwiegend aus dem 17. Jahrhundert. Der wirklich beeindruckende Tempel gehört zum Weltkulturerbe. Beinahe das gesamte Areal ist mit einer speziellen Art spätblühender, kurzstämmiger, zumeist sehr alter Kirschbäume bepflanzt, Omuro Sakura genannt.

Es war ein eher trüber, zum Teil sogar regnerischer Tag. Dennoch war der Tempel bestens besucht, und die weißleuchtende Blütenpracht ließ das Grau des Tages vergessen. Hier und da saßen Familien, das mitgebrachte Picknick ausgebreitet, auf Plastikunterlagen und Decken am Boden. Sie ließen sich den Sakura-Spaß samt Speis und Trank nicht verderben.

Vergnügte Unterhaltung vor dem "Sangeswettstreit"

Etwas abseits vom „Mainstream“ hatten es sich 4 Damen, Mitglieder  einer Chorgruppe aus Osaka (wie wir bald erfuhren), mit Blick auf die Tempelgebäude und die Kirschbäume, unter Azaleenbüschen gemütlich gemacht. Sie luden uns zum Mitessen ein, und dank Takehitos Kontaktfreudigkeit entspann sich schnell ein Gespräch, lustig und locker. Klar, dass gen Ende gesungen werden musste. Die Damen gaben „Freude schöner Götterfunken“ auf Japanisch zum Besten  – wir sangen, soweit wir uns an den Text erinnerten, auf Deutsch mit  – und mussten uns danach selbstverständlich revanchieren. Ich stimmte in guter Mittellage „Am Brunnen vor dem Tore an“ und wurde mit  La-La-La und Hm-Hm-Hm von den Damen, von Rüdiger und unserem netten Ehepaar begleitet. Es war eines der Erlebnisse, die in Japan richtig Freude machen können, ein zündender „Götterfunke“.

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Über gretagodberg2010

Ich bin Schriftstellerin und Reisende. Mein sogenantes zweites Heimatland ist Japan. Im meinen Artikeln möchte ich jenseits von purer Exotik das "ganzheitliche Leben" hinter dem sprichwörtlichen Bambusvorhang vermitteln, die Normalität der Menschen in ihrer Fremdartigkeit.
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